Samstag, 24. Februar 2018

Bitte um Hilfe beim Wiedereinrichten meines Adressbuches

Durch den Verlust meines Adressbuches (etc.) im Computer, sind viele Verbindungen unter- oder gar abgebrochen. Ich wäre dankbar für kurze E-Mails (oder gar ohne Text), die mir beim Wiedereinrichten des Verzeichnisses behilflich sein können. Vom Niederrhein bis in die Schweiz und nach Kamenz/Sachsen bin ich am Suchen, ganz abgesehen vom Nicht-deutschsprachigen-Raum. 
Heute bekam ich die Begrenztheit meiner Talente und Möglichkeiten in einem Elterngespräch zu spüren. Doch will ich die Hoffnung nicht vorzeitig aufgeben. Manchmal siegt ja doch der gesunde Menschenverstand. Dass ich am Vorbereiten der Sitzung unserer Bischofskonferenz sitze, wäre höchstens interessant zu lesen, wenn ich die Themen nenne. Also, lassen wir's dabei. (-:

Freitag, 23. Februar 2018

Fortschritt Altarraumgestaltung

Nur kurz für jene, die gefragt haben, wie es mit der Altarwand in Saratow vorwärts geht, hier ein Foto von heute Abend.

Ich war überrascht, wie viele heute zum Kreuzweg-Beten gekommen waren. Ein schönes Zeichen für die Gemeinde! Besonders Kinder und Erwachsene mittleren Alters nehmen es ernst mit der Fastenzeit. Dass die Alten nicht kommen konnten, liegt an den glatten Fußwegen. Kurz bevor ich vom Ad-Limina-Besuch zurückkam, hatte es auf den Schnee geregnet. Gleich anschließend kam strenger Frost. Seitdem läuft man hier in der Stadt wie auf schlüpfrigen Straußeneiern. 

Arbeitsfreier Arbeitstag

Heute ist arbeitsfrei in Russland. Männertag - sagen die einen. Tag des Landesverteidigers - muß es richtig heißen. Ein Festival des Patriotismus fand deshalb heute in Saratow statt. Arbeiten war dennoch nicht verboten, wenn auch - außer uns - kaum einer Gebrauch davon machte. Wissend, dass ich die gesamte kommende Woche abwesend sein werde, versuche ich im Büro voranzukommen, so weit es geht. Am Abend beten wir in der Kirche den Kreuzweg. Zu Hause wartet ein zweiter Postberg - zumindest - zum Sortieren. Leider habe ich heute kein anderes Foto als dieses von vergangener Nacht, hier in Saratow. Früher hätte man den Bogen spannen können vom Bild zum Tag. Heute besser nicht. 

Donnerstag, 22. Februar 2018

Wir tagen demnächst

Kommende Woche, genauer gesagt, Mittwoch und Donnerstag, wird unsere Bischofskonferenz zum ersten Mal nach dem Ad-Limina-Besuch tagen, und zwar in Irkutsk. Das will vorbereitet sein, von jedem, der daran teilnimmt. Davon, wie auch von der brüderlichen Offenheit, den anderen gegenüber, hängt viel ab bei solchen Treffen. 
Ich werde schon am Montagabend fliegen (Ankunft Irkutsk: Dienstag gegen 8.00 Uhr), damit ich noch einen Tag Zeit habe, meine innere Uhr auf die dortige Ortszeit umzustellen. 
Irkutsk, nur 60 km vom Baikalsee entfernt, ist das Zentrum der Diözese Sankt Josef. Es ist sehr schwer, den Ortsbischof Kyrill an mitbrüderlicher Gastfreundschaft zu übertreffen. 

Das vorläufig aktuellste Foto unserer komplett versammelten Bischofskonferenz entstand im Damsushof des Vatikans, am 29. Januar 2018, kurz vor unserem fast zweistündigen Gespräch mit Papst Franziskus; v.l.n.r.: Bischof Kyrill Klimovicz (Diözese St. Josef in Irkutsk), Erzbischof Paolo Pezzi (Erzdiözese der Gottesmutter in Moskau), Clemens Pickel (Diözese St. Clemens in Saratow), Joseph Werth (Diözese der Verklärung des Herrn in Novosibirsk).

Mittwoch, 21. Februar 2018

Wie gut es uns geht

Und was? Soll ich schreiben, wie ich am behelfsmäßig wieder in Gang gesetzten Computer versucht habe, Post zu beantworten? Schöner waren die Momente am Morgen. Im Dunkeln brach ich auf, um zwei allein lebende Rentnerinnen zur Frühmesse (8.00 Uhr) nach Marx abzuholen. Ohne Hilfe hätten sie nicht kommen können. Die 30 km entfernte Außenstation kenne ich seit 20 Jahren. Grund war Pater Reinhards Geburtstag. Zusätzlich schön waren Gottesdienst und anschließendes Frühstück für alle durch die Anwesenheit einer Kindergruppe aus verschiedenen Dörfern. Die Kleinen hatten in Familien aus der Pfarrgemeinde übernachtet. Als ich "meine beiden Omas" dann bei Sonnenschein auf glitzernden Schnee nach Hause brachte, dankten beide überaus herzlich und - damit es auch sichtbar war - mit sechs großen 3-Liter-Gläsern Eingewecktem (Tomaten, Aprikosen, Äpfeln, ...).
Meine Moskauer Gäste sind übrigens wieder gut zu Hause gelandet, in der Großstadt, in der es - wie wir nun wissen - nicht einmal Sonne gibt. Mit anderen Worten: Sie genossen das Licht, den blauen Himmel und den leichten, "frischen" Wind - tägliche Geschenke, auf die wir hier gar nicht so achten.

Dienstag, 20. Februar 2018

Abwechslungsreich ist keine Ausnahme

Dienstag ist der Tag unserer großen wöchentlichen Dienstbesprechung im Büro. Jedenfalls versuchen wir das einzuhalten. Montag - geht nicht, weil ich da häufig noch auf dem Heimweg bin, wenn ich am Wochenende eine unserer Pfarrgemeinden im Bistum besucht habe. Heute widmete ich mich anschließend meinen Gästen. 
Schon am Mittag trafen wir in Marx ein, wo es - wenn man noch nie hier war - eine ganze Menge zu sehen gibt. In Marx sind gerade Schulferien. Darum haben Pfarrer und Schwestern die kleineren Schulkinder aus den Katechesegruppen der umliegenden Dörfer zu einer "verkürzten RKW" eingeladen und abgeholt. Zwei Tage sind vorgesehen, heute und morgen. Und es scheint nicht ganz Zufall zu sein, denn morgen hat Pater Reinhard Geburtstag (auf dem Foto mit unseren Gästen aus Moskau vor der Marxer Pfarrkirche). 
Am Abend beteten die Kinder den Kreuzweg in der Kirche. Um es später, in der Messe, nicht zu lang zu machen, predigte ich nur zu einem Wort aus dem "Vater unser" (heutiges Evangelium). 
Zwischendurch war immer wieder Zeit, ins Büro zu "gehen", was genau so viel bedeutet, wie "ans Handy". Dort konnte ich meine heutige Post verfolgen und teilweise beantworten, wie auch telefonieren, u.a. nach Ingolstadt, wo sich gerade meine deutschen Mitbrüder aufhalten.

Montag, 19. Februar 2018

Gäste machen's möglich

Wer kennt das nicht: Es wäre längst wieder einmal fällig, aber erst, wenn Gäste kommen, macht man sich auf. So zum Beispiel zu einem Abendspaziergang an Saratows tiefsten und an seinen höchsten Punkt: an die Wolga und in den "Park des Sieges". Die beiden Ordensschwestern Rita und Veronica aus Moskau statten mir zurzeit einen spontanen Besuch ab. Ich hatte seit Jahren eingeladen. Nun plötzlich fanden sie ein Zeitfenster und kamen heute Mittag mit dem Zug Moskau - Machaczkala in Saratow an... (Machaczkala ist die Hauptstadt von Dagestan, das gestern durch die Ermordung orthodoxer Gottesdienstbesucher in traurige Schlagzeilen kam. Dagestan ist eine von zwei Republiken im Bistum Sankt Clemens, die ich nie besucht habe. Wir haben dort keine Gemeinden und keine Adressen katholischer Christen.). Eine der beiden Schwestern lebt schon über 20 Jahre in Moskau, die andere über 10. Sie scheinen es ernst gemeint zu haben, als sie bei der abendlichen Fahrt durch die Stadt mit beinahe staunend angetaner Stimme mehrmals wiederholten: "Wie im Dorf!" Natürlich, der Fluß hat sie schon beeindruckt, und die Tatsache, dass er zugefroren ist. 

Sonntag, 18. Februar 2018

Winterlicher 1. Fastensonntag

Marxer Außenstation Stepnoje
Mit drei Stunden Verspätung, trat der vorhergesagte Schneefall ein. Heute am 1. Fastensonntag war es eine Freude für mich, mit der Pfarrgemeinde in Marx die Eucharistie feiern zu können. Und weil ich ja morgen früh nicht nach Polen fliege, was eigentlich geplant war, habe ich auch gern noch die Außenstation am Nachmittag übernommen: Stepnoje. Bei der Abfahrt zweifelte ich noch, ob wir bis hin kommen würden, bzw. ob es Sinn hat zu fahren, wenn doch der Heimweg verweht sein wird. (Ich bin da ein "gebranntes Kind", auch wenn es 20 Jahre her ist.) Schließlich fuhren sich die knapp 50 km heimwärts auf Schnee besser als hinzu auf Eis. Zwei Schwestern und eine Jugendliche waren mit. Schön war zu sehen, dass mehr Erwachsene und Kinder zur Messe kamen, als in den vergangenen Jahren. Auch der Gesang im Gottesdienst machte wieder Mut in Richtung Zukunft dieser kleinen, abgelegenen Gemeinde. Selbst der Rauch, den der Wind von draußen in den kleinen Kachelofen zurückdrückte, störte da kaum. Für zwei Familien übernahmen wir "Botengänge". Einer jungen Mutter und einem Kind auf einer anderen Station, sollten wir Essen ins Kreiskrankenhaus nach Marx mitnehmen. (Das spricht Bände.)

Samstag, 17. Februar 2018

Änderungen

Gestern Abend das war kein Scherz, von wegen "Woche, die zu schnell vergangen ist". Im Blick auf die Pflichten im Büro und die kommende Sitzung der Bischofskonferenz in Irkutsk, Ende des Monats, habe ich die - für mich - traurige Konsequenz gezogen, übermorgen, am Montag nicht zum Seminar, speziell für Bischöfe, nach Warschau zu fliegen, dessen Thema die Mitarbeiterverwaltung sein wird. Ich hoffe, das gleiche Thema wird später noch einmal angeboten. Verlockend war allein schon der Blick auf die Teilnehmerliste: Bischöfe aus allen osteuropäischen Ländern. Ich wäre erst am Samstagnachmittag zurück gekommen und muß dann am Montag wieder für fast eine Woche los nach Sibirien, wo ich nach der Sitzung der Bischofskonferenz auch unseren jungen Kandidaten für das Priesterseminar besuchen will.
Ich hoffe, viele erleben zurzeit einen bewußten Neuanfang durch die Fastenzeit. Sie ist ein Geschenk. Und wer sich noch weit entfernt davon hält, soll bedenken: Es ist nicht zu spät, aber es wird Zeit. Dass die Tage länger werden, "sah" ich früh in meiner Kapelle, in der ein Sonnenstrahl auf die Heilig-Kreuz-Reliquie fiel, die mir der Pfarrer vom Simplon-Pass in der Schweiz geschenkt hatte, nachdem er sie neu hatte einfassen lassen. (Bild.)